BAT Boy

Coming of Age Jugendroman mit Thriller-Elementen und ganz besonderen Vampiren

Leseprobe

„BAT Boy 1“ ist ein phantastischer Roman von C. A. Raaven über Identität, Fremdheit und die Begegnung mit dem Unbekannten. Die Geschichte verbindet Spannung, geheimnisvolle Elemente und einen hoffnungsvollen Ausblick.

BAT Boy 1

C. A. Raaven

Urban Fantasy / Coming of Age

BAT Boy Storyversum, Teil 1

ab 13 Jahren

1 . Auflage, 2012

TB 429 Seiten

ISBN 978-3000396816

Dieser Roman von C. A. Raaven gehört zur modernen Phantastik und verbindet geheimnisvolle Ereignisse mit einer zutiefst menschlichen Geschichte über Zugehörigkeit und Veränderung.

„BAT Boy 1“ richtet sich an Leser:innen, die phantastische Literatur mit emotionaler Tiefe, Spannung und einer leisen, aber nachhaltigen Hoffnung schätzen.

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Erst einmal zur Leseprobe

Seit seinem 13. Geburtstag stimmt etwas nicht mehr mit Lucas Franke.

Die Welt ist plötzlich zu laut, zu hell, zu viel. Auf dem Schulhof bricht eine Panikattacke über ihn herein, die er sich nicht erklären kann — bis ein fremder Mann im schwarzen Mantel ihn anhält und sagt: Ich kenne das. Ich war auch mal so.

Er führt ihn in die Berliner Akademie für Transmutationen. Was nach einem schrägen Jugendclub aussieht, ist in Wirklichkeit ein Ort für Menschen wie Lucas — Menschen, deren Erbgut sich mit dem 13. Geburtstag verändert hat. Menschen, die sich in Tiere verwandeln können.

Lucas stellt sich als außergewöhnlich begabt heraus. Doch je mehr er über seine neue Welt lernt, desto klarer wird: Irgendjemand plant etwas. In den Wänden der Akademie werden Gespräche geführt, die er nicht hätte hören sollen. Ein einziges Wort bleibt hängen — und es klingt wie eine Bombe.

Und Ines, seine Nachbarin, die er seit dem Sommer nicht mehr aus dem Kopf kriegt, ist neugieriger als gut für sie ist.

Silvester. Berlin. Mitternacht.

Bis dahin haben sie keine Zeit mehr, Fehler zu machen.

Buchtrailer

Guerilla-Lesung am Ort des Geschehens

Leseprobe

Ausschnitte aus zwei Szenen der Geschichte.


SZENE 1


Das war der Moment, in dem alles begann — obwohl Lucas zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung hatte, was »alles« bedeuten würde.


Als er auf dem Hof ankam, wusste er zunächst nicht so recht, was er machen sollte. Vor ihm tummelte sich die Masse der Schüler im Sonnenschein, der ihm fast schmerzhaft in die Augen stach. Lag es nur daran, dass es drinnen so viel dunkler gewesen war, oder war die Sonne heller als sonst?


Er schlenderte ein wenig herum, bis er ein schattiges Plätzchen erreicht hatte. Lucas wollte sich gerade hinsetzen, als ihn ein schier trommelfellzerfetzender Lärm zusammenschrecken ließ. Direkt nebenan hatten ein paar ältere Schüler damit begonnen, mit mehreren Getränkedosen Fußball zu spielen. Die Umstehenden johlten und gaben lautstark Kommentare dazu ab. Eigentlich waren das die üblichen Geräusche einer Pause auf dem Schulhof, aber für Lucas hätte es genauso gut ein startendes Flugzeug sein können.


Sein Kopf begann zu schmerzen — erst die Sonne und nun dieser Lärm. Das wollte er sich nicht antun und so sprang er wieder auf, um sich erneut nach einem geeigneten Platz umzusehen. Der einzige Platz, an dem er sich weder dem Krach noch der sengenden Sonne ausgesetzt sah, befand sich am Rand zum Schulgarten. Dort jedoch herrschte ein Geruch nach den im Garten befindlichen Blumen und Kräutern sowie dem Komposthaufen vor, von dem Lucas sofort speiübel wurde. Auch das waren Gerüche, die er eigentlich mochte, aber heute waren sie ihm einfach zu viel.


Mühsam und inzwischen auch ziemlich entnervt rappelte er sich wieder hoch. Er lief an der Hauswand entlang, in der Hoffnung, dass er vielleicht die Pause im Klassenraum verbringen könnte. Er hatte nun nur noch Augen für die halb offene Eingangstür und die dahinter liegende dunkle Stille, sodass er fast rannte.


Plötzlich trat ihm eine schattenhafte Gestalt in den Weg und er stieß mit ihr zusammen.


Der Aufprall presste Lucas die Luft aus den Lungen und er setzte sich unfreiwillig rückwärts auf den Boden.


Der Schatten über ihm beugte sich nun zu ihm herunter und streckte ihm eine Hand entgegen.


Verdutzt blickte Lucas in das Gesicht eines Mannes, der ihn etwas seltsam anlächelte.


Er war vollständig in Schwarz gekleidet und hatte sogar bei dieser Hitze einen weiten Mantel an. Sein schwarzes Haar hatte er zu einem Pferdeschwanz gebunden und an seiner linken Hand trug er Ringe, wie Lucas sie noch nie gesehen hatte. Sie alle schienen verschiedene Tiere darzustellen.


»Hoppla«, sagte der Mann. »Alles in Ordnung?«


»Ja«, murmelte Lucas geistesabwesend, immer noch auf das Erscheinungsbild des Mannes starrend. Dann bemerkte er, was er da tat, und sprang hastig auf.


»Entschuldigung, dass ich Sie umgerannt habe, Herr ... ähh.«


»Nein, du musst dich nicht entschuldigen. Ich hab dich beobachtet. Als ich sah, dass du vermutlich gleich in Panik gerätst, wollte ich dich aufhalten. Ist also eigentlich eher meine Schuld.«


»Äh, wie jetzt?«, hüpfte es Lucas aus dem Mund, bevor er noch die Zeit dazu hatte, sich darüber Gedanken zu machen, dass das ziemlich unhöflich klingen musste.


Was hatte dieser Mann gerade gesagt? Panik? Und warum hatte er ihn beobachtet? Das war doch alles ganz schön eigenartig, obwohl — wenn er es recht bedachte — die Sache mit der Panik wirklich nicht so weit hergeholt war. Er hatte tatsächlich so etwas wie Panik verspürt, als er eben über den Schulhof gelaufen war.


Der Mann schien seine Gedanken zu erraten, denn als Lucas ihn wieder ansah, lächelte er wieder sein Mona-Lisa-Lächeln und sagte:

»Ja, ich habe dich beobachtet, weil mir gleich aufgefallen ist, dass du da etwas mit dir herumträgst …«


»Nein, nicht im wörtlichen Sinn«, sagte er lachend, als Lucas sich umsah und seinen Rucksack nach ungewöhnlichen Merkmalen absuchte. »Ich meine das eher im übertragenen Sinn. Du hast da etwas, von dem du noch nicht so richtig weißt, wie du damit umgehen sollst. Du erinnerst mich ein bisschen an mich selbst nach meinem 13. Geburtstag.«


Lucas zuckte zusammen und starrte den Mann erneut an. Da war es wieder! Konnte man ihm das inzwischen schon ansehen? Und wenn ja, was konnte man ihm denn ansehen? Schwebte am Ende schon so etwas wie ein großes L für Looser — für alle anderen außer ihm sichtbar — über ihm?


»Entschuldigung, aber was meinen Sie damit?«, war er gerade im Begriff zu fragen, als es zum Pausenende klingelte.


»Lass uns da später mal drüber reden. Wie wäre es heute nach der Schule?«


»Hmmja gut, aber wo finde ich Sie?«


»Ich finde dich schon. Bleib einfach auf dem Hof.«


Dann wurde Lucas von der Menge der ins Schulhaus drängenden Schüler erfasst und befand sich kurz darauf wieder im Klassenraum — und der Fremde im schwarzen Mantel war verschwunden, als hätte es ihn nie gegeben.

— ◆ —


SZENE 2


Vier Wochen nach diesem Schultag saß Lucas in einem halbdunklen Auditorium — und der Mann mit dem Pferdeschwanz, der sich nun als sein Lehrer Neumann herausgestellt hatte, saß neben ihm. Vor ihnen stand auf einem Podium ein unauffälliger Mann mittleren Alters, dessen Stimme den Raum trotzdem mühelos ausfüllte.


Lucas schaute sich um. An jedem der fünfzig kleinen Tische saß neben einem Jugendlichen ein Erwachsener. Alle Jungen und Mädchen hatten etwa sein Alter. Und alle — das sah er an ihren Gesichtern — fragten sich dasselbe wie er:

Was zur Hölle soll das hier?

Dann begann der Mann auf dem Podium zu sprechen.


»Guten Tag meine Damen und Herren«, sagte der Mann. »Ich nehme an, dass Ihnen diese Anrede bisher nicht oder nur selten zuteilwurde. Aber nichtsdestoweniger halte ich sie für die richtige Wahl, denn Sie unterscheiden sich von circa 95 % aller anderen Menschen in einem wesentlichen Punkt. Und genau dieser Punkt ist der Grund dafür, dass Sie heute hier sind.«


Er machte eine bedeutungsvolle Pause, in der die Totenstille, die im Raum herrschte, schwer auf den Anwesenden lastete.


»Bevor ich aber fortfahre, möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Ullrich Upuaut und ich bin stellvertretender Leiter der BAT. Sie werden sich nun sicherlich fragen: 'Was zur Hölle ist eine BAT?' Nun, ich will Sie nicht länger auf die Folter spannen: Der ausgeschriebene Name lautet 'Berliner Akademie für Transmutationen' — und Sie alle sind hier, weil Sie das sind, was die restliche Weltbevölkerung unter der Bezeichnung 'Vampir' zu kennen glaubt.«


Sofort brach ein wahrer Tumult los, als alle anwesenden Mädchen und Jungen aufgeregt durcheinanderriefen.


Einige von ihnen — darunter auch Lucas — waren aufgesprungen. Sie ließen ihre Blicke unstet im Raum hin und her wandern, während sie nach einer Fluchtmöglichkeit vor diesem Irren dort unten suchten.


Jemand legte Lucas die Hand auf den Arm. Er zuckte zusammen und sog scharf die Luft ein. Sein Herz hämmerte wie wild in seiner Brust. Dann erweiterte sich sein Blickfeld ein wenig.


Er blickte nach unten und erkannte das lächelnde Gesicht von Neumann, der ihm bedeutete, sich wieder zu setzen. Seine Lippen formten die Worte »Bleib ruhig«, die Lucas durch das Geschrei ringsum nicht hören konnte. Seltsamerweise lag in dieser Geste etwas derart Beruhigendes, dass Lucas sich tatsächlich hinsetzte.

Als sich der Tumult allmählich legte, ließ Upuaut drei Jugendliche nach vorn treten. Was dann folgte, hätte Lucas noch Stunden zuvor für unmöglich gehalten.


Der erste Junge hockte sich auf das Podium, schloss die Augen und begann, langsam vor und zurück zu wippen. Er wippte und wippte — und dann verschwammen die Umrisse seiner Gestalt, löste er sich zu einer undefinierbaren Masse auf, nur um sofort daraus die Gestalt eines schwarzen Hundes anzunehmen.

Der Hund erhob sich, trabte die Treppe des Podiums hinunter, machte kehrt und schoss mit der Schnelligkeit eines Jagdhundes wieder hinauf. Er sprang in einem einzigen Satz über alle drei Stühle und kam dahinter zum Stehen.


Keiner der Anwesenden lachte. Alle waren von dem, was dort eben vor ihren Augen geschehen war, vollkommen in Bann geschlagen.


Das Mädchen mutierte zu einer Katze, die behände an einem Pfeiler hinaufkletterte und aus drei Metern Höhe wieder heruntersprang.



Als sich der zweite Junge schließlich in eine Fledermaus verwandelte und über den Köpfen der Anwesenden eine Runde flog, waren hie und da erschreckte Laute zu hören.


Lucas saß reglos da.

Er dachte an den Schulhof. An die Sonne, die zu hell gewesen war. An den Lärm, der ihn fast in die Knie gezwungen hatte. An den fremden Mann, der ihn angesehen hatte — als würde er ihn kennen.

Du erinnerst mich ein bisschen an mich selbst nach meinem 13. Geburtstag.

Und plötzlich ergab alles einen Sinn.


Was Lucas in dieser Nacht über sich herausfindet, verändert sein Leben — für immer.

BAT BOY · BAND 1

von C.A. Raaven


BAT Boy – FAQ & Hintergrundwissen | Band 1
Alle Antworten bleiben bewusst vage, wo es die Geschichte spannend hält. Wer den Roman noch nicht kennt, kann hier bedenkenlos stöbern — die großen Wendungen, das Finale und alles, was man selbst erleben sollte, werden nicht verraten.
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Charaktere

F Wer ist Lucas, und wie alt ist er?

Lucas ist der dreizehnjährige Protagonist des Romans. Er wechselt zu Beginn der Geschichte aufs Gymnasium und steckt mitten in dem, was jeder Teenager kennt: neues Umfeld, erste Gefühle, das Gefühl, irgendwie anders zu sein als alle anderen.

Dass dieses »Anderssein« bei ihm einen handfesten Grund hat, merkt er schon bald — aber was genau dahintersteckt, erfährt man am besten selbst.

F Was ist Lucas für ein Typ — mutig, vorsichtig, witzig?

Alle drei, je nach Situation. Lucas denkt gerne nach, bevor er handelt — aber wenn jemand in Not ist, zögert er nicht lange. Er hat einen trockenen, leicht selbstironischen Humor, der ihm hilft, auch in seltsamen Momenten die Fassung zu bewahren. Und seltsame Momente gibt es im Laufe des Buchs reichlich.

F Wer sind Paul und Betty?

Lucas' Eltern. Die beiden sind eines der herzlichsten Elternpaare, die man in einem Jugendbuch treffen kann — liebevoll, humorvoll und vollkommen ahnungslos, was ihr Sohn gerade erlebt. Betty ist Lehrerin, Paul hat eine IT-Firma. Ihre Familienszenen gehören zu den schönsten Momenten des Romans.

F Wer ist Ines, und was verbindet sie mit Lucas?

Ines ist ein Mädchen aus Lucas' Nachbarschaft. Die beiden treffen sich während der Sommerferien in Italien — und von da an ist nichts mehr ganz einfach. Sie ist klug, neugierig und nicht der Typ, der einfach tut, was man ihr sagt. Was daraus zwischen den beiden wird, gehört zum Schönsten, was der Roman zu bieten hat.

F Wer ist Harald?

Harald ist Lucas' bester Freund — loyal, spontan und genau der Typ, den man in unerwarteten Situationen an seiner Seite haben möchte. Mehr verraten wir an dieser Stelle nicht.

F Wer ist Herr Neumann?

Neumann ist Lucas' neuer Geschichtslehrer — und der erste Erwachsene, der Lucas das Gefühl gibt, wirklich verstanden zu werden. Er trägt immer Schwarz, hat einen langen Pferdeschwanz und Ringe mit Tiermotiven an den Fingern. Er ist derjenige, der Lucas zum ersten Mal andeutet, dass sein »Anderssein« einen Namen hat.

F Wer ist Ullrich Upuaut?

Der stellvertretende Leiter der BAT. Äußerlich völlig unauffällig — er wäre in einer Menschenmenge das letzte Gesicht, das man sich merken würde. Dafür hat er eine Stimme, die einen Raum ohne Mikrofon mühelos füllt. Sein Auftritt ist eine der einprägsamsten Szenen des ganzen Buches.

F Wer ist Vincente di Bragulia?

Der Leiter der BAT. Vom Aussehen her könnte man ihn für Graf Dracula persönlich halten — aristokratisch, eindrucksvoll. Wenn er aber spricht, verfliegt dieser Eindruck schlagartig: sein Deutsch klingt, als hätte jemand einen schweren italienischen Akzent durch einen Fleischwolf gedreht. Die Diskrepanz zwischen Erscheinung und Auftritt ist komödiantisch genug, um in Erinnerung zu bleiben.

F Gibt es Antagonisten — und wie böse sind sie wirklich?

Ja, es gibt Figuren, die Lucas und anderen gefährlich werden — das gehört zum Thriller-Element des Buchs. Wie gefährlich sie sind und was sie vorhaben, soll hier aber nicht verraten werden. Nur so viel: Die Bedrohung ist real, und das Finale spielt sich an einem der bekanntesten Orte Berlins ab.

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Die BAT – Berliner Akademie für Transmutationen

F Was ist die BAT?

Die Berliner Akademie für Transmutationen — eine geheime Schule für junge Vampire, die nach außen hin als normaler Jugendclub getarnt ist. Wer drin ist, weiß, was er ist. Wer draußen ist, sieht nur eine Tür mit Graffiti.

F Wie kommt man überhaupt in die BAT?

Die BAT findet ihre Mitglieder — nicht umgekehrt. Wer die Gabe hat, wird früher oder später bemerkt. Der genaue Weg, wie Lucas zur BAT gelangt, gehört zu den schönsten Momenten des ersten Drittels des Romans und soll hier nicht beschrieben werden.

F Wie sieht es in der BAT aus — ist das ein Klassenzimmer?

Nein, kein gewöhnliches Klassenzimmer. Die BAT hat ein Bistro, ein halbdunkles Auditorium mit abgestuften Sitzreihen, eine Bibliothek, Kursräume, eine Sport-Arena und weitere Räumlichkeiten, die man von draußen nie vermuten würde. Die Einrichtung ist eher die einer diskreten Privatschule als eines herkömmlichen Clubs.

F Welche Kurse werden in der BAT angeboten?

Das Angebot ist breiter, als man erwarten würde: Geschichte des Vampirismus, Transmutationstechniken, Sprachen (bei Lucas stellt sich schnell heraus, dass er dort einen Sonderkurs braucht), Sport- und Kampfkunst, Tierkunde, Astronomie und Fokussierungsübungen. Für Einsteiger gibt es außerdem eine Einführungsveranstaltung, die so eindrücklich gestaltet ist, dass man sie so schnell nicht vergisst.

F Ist die BAT kostenlos?

Ja. Die BAT bietet ihre Kurse kostenfrei an — weil alle, die dort lehren, selbst einmal an genau diesem Punkt waren und wissen, wie wichtig diese Hilfe sein kann.

F Können normale Menschen die BAT betreten?

Den Jugendclub im oberen Teil — ja. Den eigentlichen Akademie-Bereich — nein. Der Zugang ist technisch gesichert und nur für registrierte Mitglieder möglich.

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Vampire & Transmutation

F Was sind Vampire in dieser Welt — die übliche Gruselversion?

Nein, überhaupt nicht. In BAT Boy sind Vampire lebende Menschen mit einer seltenen genetischen Besonderheit — eine Art evolutionäre Sonderausstattung, die sich ab dem 13. Geburtstag aktiviert. Kein Untod, keine Sonnenphobie, keine Knoblauchempfindlichkeit und erst recht glitzern sie nicht in der Sonne. Die BAT räumt in einem ihrer Geschichtskurse ausführlich mit diesen Mythen auf — und das ist eine der unterhaltsamsten Szenen des Buches.

F Wie nennen sich Vampire selbst?

Begabte — oder Gabe-Träger. Menschen ohne diese Fähigkeit nennen sie intern Zahnlose , was nicht abwertend gemeint ist, aber trotzdem für ein Schmunzeln sorgt.

F Was bedeutet Transmutation — ist das dasselbe wie Verwandlung?

Die BAT besteht darauf: Nein, nicht dasselbe. Transmutation ist der wissenschaftliche Begriff für den biochemisch-physikalischen Prozess, bei dem sich Materie grundlegend umstrukturiert. »Verwandlung« klingt nach Hokuspokus; Transmutation ist Wissenschaft — auch wenn sie noch niemand vollständig erklären kann.

F In welche Tiere kann sich ein Vampir transmutieren?

Jeder Begabte kann grundsätzlich in eine Fledermaus transmutieren — daher auch der Name BAT. Zusätzlich hat jeder ein persönliches Haupttier, das individuell verschieden ist. Manche entwickeln mit der Zeit sogar ein zweites oder drittes. Welches Tier einem gehört, stellt man mit einem speziellen Gerät fest — dem, was die Mitglieder intern Mitternachtssonne nennen.

F Welches Tier ist Lucas' Haupttier?

Das verraten wir hier gerne: ein Uhu. Lucas selbst hat beim Test erst mit etwas völlig anderem gerechnet.

F Hat Lucas noch andere besondere Fähigkeiten?

Ja — und er selbst ist damit ziemlich überfordert. Mehr dazu möchten wir an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel: Es hat mit Sprachen zu tun und mit etwas, das in der BAT als sehr selten gilt.

F Was sind Morph-Kapseln?

Pillen in einer schimmernden Dose, die künstlich erzeugte Blutbestandteile sowie Stoffe enthalten, welche die Transmutation begünstigen. Sie ersetzen das, was Vampire biologisch benötigen — auf moderne, diskrete und praktische Weise. Kein Bluttrinken nötig.

F Dürfen Vampire Menschenblut trinken?

Absolut nicht. Das ist das schwerste Vergehen, das es in der Welt der Begabten gibt. Warum genau, und was es auslöst — darüber erfährt man im Laufe des Romans mehr, als einem manchmal lieb ist.

F Was passiert, wenn die Transmutation im Schlaf passiert?

Für Neulinge kann das ziemlich chaotisch werden. Lucas erlebt in den ersten Wochen mehrere Situationen, in denen er nicht ganz sicher ist, wie er da hingekommen ist, wo er gerade aufwacht. Genau dafür ist die BAT da: um zu lernen, das zu kontrollieren.

F Was ist ein Merger?

Eine sehr seltene Sonderform unter den Begabten: jemand, der in der Lage ist, die Transmutation mehrerer Personen zu einem einzigen gemeinsamen Organismus zu verbinden. Sehr selten. Sehr beeindruckend. Mehr dazu lieber selbst lesen.

F Was ist ein Halb, ein Viertel oder ein Achtel?

Diese Begriffe beschreiben, wie stark die Gabe genetisch ausgeprägt ist, je nachdem ob ein oder beide Elternteile Begabte sind — oder ob die Gabe eine oder zwei Generationen übersprungen hat. Die Stärke der Fähigkeiten hängt damit zusammen, ist aber nicht immer proportional — was manchmal für Überraschungen sorgt.

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Welt & Setting

F Wo und wann spielt der Roman?

Hauptsächlich in Berlin, mit einem wichtigen Exkurs nach Apulien in Süditalien. Die Geschichte spielt im Jahr 1999 — kurz vor der Jahrtausendwende, was für den Handlungsverlauf eine besondere Rolle spielt.

F Wie ist Italien im Buch beschrieben?

Das Urlaubskapitel in Apulien ist einer der atmosphärisch stärksten Teile des Romans. Azurblaues Meer, weiß gekalkte Gebäude auf Klippen, eine versteckte Bucht mit leuchtend türkisfarbenem Wasser — und ein Abendessen, das man nicht so schnell vergisst. Es ist der Teil, in dem Lucas Ines wirklich kennenlernt.

F Welche Berliner Orte spielen eine Rolle?

Die BAT selbst (irgendwo in Friedrichshain), der Tiergarten mit seinem See, das Brandenburger Tor und — zentral für das Finale — die Siegessäule am Großen Stern. Wer Berlin kennt, wird einige Szenen mit einem Lächeln lesen.

F Was hat die Jahrtausendwende mit der Geschichte zu tun?

Silvester 1999/2000 ist der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Finales. Damals diskutierte die Welt über den sogenannten Y2K-Bug — die Angst, dass Computer weltweit versagen könnten, wenn das Jahr 2000 beginnt. Dieses historische Klima nutzt der Roman sehr geschickt für seinen Spannungsbogen.

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Mythen & Fakten

F Stimmt irgendetwas von den klassischen Vampir-Mythen?

Die BAT hat dafür einen ganzen Kurs. Das Ergebnis: Die meisten Mythen sind entweder komplette Missverständnisse, Fehldeutungen von etwas, das tatsächlich passiert ist, oder Übertreibungen, die über Generationen immer absurdere Formen angenommen haben. Kein Knoblauch, kein Spiegelproblem, kein Pflock — jedenfalls nicht so, wie man es kennt.

F Sind Werwölfe in dieser Welt real?

Auf ihre Art schon — ein Vampir, dessen Haupttier ein Wolf ist, sieht aus menschlicher Sicht eben wie ein Werwolf aus. Der Mythos hat also einen realen Kern, auch wenn er stark verzerrt ist.

F Woher kommt der Pflock-durch-das-Herz-Mythos?

Die BAT-Geschichtsstunde beantwortet das mit einem amüsanten Ereignis aus dem 16. Jahrhundert in Nordwales, bei dem ein schwerhöriger Mann, eine Verkettung von Missverständnissen und ein sehr unglücklicher Zeitpunkt zusammentrafen. Mehr sei hier nicht verraten — es ist eine der lustigsten Szenen des Romans.

F Gibt es eine Kampfkunst speziell für Vampire?

Ja — entwickelt von einem Shaolin-Priester vor Jahrhunderten und seitdem nur im Geheimen an Begabte weitergegeben. In der BAT gehört das zum Sportangebot.

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Kleine Details, die man liebt

F Was ist ein Meta-Suit?

Ein spezieller Anzug aus fließend-elastischem Material, der eine Transmutation »überlebt« — das heißt, er bleibt erhalten, egal in welches Tier man sich verwandelt, und kehrt danach automatisch in seine ursprüngliche Form zurück. Lucas' Mutter hält ihn für ein Sporttrikot und wäscht ihn, ohne Böses zu ahnen.

F Wie verändern sich Lucas' Sinne zu Beginn?

Dramatisch — und das ist zunächst alles andere als angenehm. Lärm wird unerträglich laut, Gerüche überwältigend, Licht schmerzhaft grell. Die Szene auf dem Schulhof gleich zu Beginn, in der Lucas zum ersten Mal merkt, dass etwas nicht stimmt, ist eine der stärksten Eröffnungsszenen des Romans.

F Was ist die »Mitternachtssonne«?

Der inoffizielle Spitzname für das Gerät in der BAT, mit dem das persönliche Haupttier eines Begabten bestimmt wird. Der Test ist kurz, aber unangenehm — eine Art totale Dunkelheit, die einen Moment lang alles zu verschlingen scheint. Das Ergebnis ist für jeden unterschiedlich.

F Welche Sprachen kommen im Roman vor?

Deutsch natürlich, dann Italienisch (sowohl im Urlaub als auch durch Lucas' unerwartete Fähigkeit), und im multilingualen Kurs der BAT begegnen einem noch einige mehr — Russisch, Türkisch, Schwedisch unter anderem. Neumanns erster Kommentar, als er Lucas' sprachliche Begabung entdeckt, gehört zu den Momenten, die man sich merkt.

F Welche Musik kommt vor?

Betty, Lucas' Mutter, hört beim Mathekorrigieren Miles Davis zur Beruhigung. Und ein sehr markanter Klingelton auf einem Handy, das zum Ende des Romans hin auftaucht, stammt von Metallica. Wer »Enter Sandman« kennt, wird die Szene mit einem mulmigen Gefühl lesen.

F Hat der schwarze Van mit dem Kennzeichen B-AD 999 eine Bedeutung?

Der Autor lässt sich diese kleine Spitze nicht entgehen — das Kennzeichen ist Absicht. Der Van selbst spielt im zweiten Drittel des Romans eine wichtige Rolle, mehr sei hier nicht gesagt.

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Zeitraum & Orte

F Über wie viele Monate erstreckt sich die Handlung?

Von kurz vor dem Ende eines Schuljahres bis zur Silvesternacht — also grob von Frühsommer bis Jahreswechsel. Das ergibt knapp ein halbes Jahr, das sich vom Urlaubsidyll bis zum Hochspannungs-Finale erstreckt.

F Wann wird die Vampir-Gabe aktiv?

Rund um den 13. Geburtstag — das Gen »erwacht« und beginnt, Veränderungen im Körper vorzunehmen. Diese machen sich zunächst durch geschärfte Sinne, gelegentliche Stimmungsausbrüche und seltene Blackouts bemerkbar. Nicht besonders angenehm, wenn man nicht weiß, was da passiert.

F Ist die Siegessäule tatsächlich so hoch, wie sie im Buch wirkt?

Die Aussichtsplattform liegt real auf etwa 48 Metern, die goldene Viktoria-Figur oben auf gut 67 Metern. Im Roman spielt die Höhe eine sehr konkrete Rolle — wer Höhenangst hat, liest die entsprechenden Szenen mit leicht flatterndem Magen.

Alle Antworten basieren auf dem Roman BAT Boy von C.A. Raaven (2012).

Keine Handlungshöhepunkte, keine Auflösungen, keine Spoiler — versprochen.

Trotzdem noch Fragen offen?

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