Wer will schon eine Null

Romantische Urlaubskomödie mit italienischem Flair

Leseprobe

„Wer will schon eine Null “ ist eine romantische Komödie von Christine Corbeau über Selbstwert, Begegnungen und unerwartete Wendungen im Leben. Die Geschichte verbindet Humor, Gefühl und einen hoffnungsvollen Ausblick.

Wer will schon eine Null - Agata

Christine Corbeau

Romantische Komödie / Urlaubsroman

Nullen Storyversum, Band 1

ab 13 Jahren

1 . Auflage, 2019

TB 324 Seiten

ISBN 978-3-96443-879-9

Mit „Wer will schon eine Null“ erzählt Christine Corbeau eine romantische Komödie über Selbstzweifel, Zufälle und die leisen Momente, in denen sich Lebenswege verändern. Die Geschichte verbindet humorvolle Alltagssituationen mit emotionaler Entwicklung und richtet sich an Leser:innen, die Liebesgeschichten mit Wärme, Witz und glaubwürdigen Figuren schätzen.

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Erst einmal zur Leseprobe

Die impulsive Romance-Autorin Agata Finocchio-Schröder hat mal wieder ihrem Temperament nachgegeben.

Prompt landet sie deshalb im Zwangsurlaub. Ihr Verleger schickt die quirlige Berlinerin ausgerechnet nach Süditalien – in ein Auto, mit dem sie nicht klarkommt, in ein Land, das sie nicht mag, zu einem Hotel, in das sie nicht will. Denn seit ihr Vater die Familie verlassen hat, ist Italien für sie ein wunder Punkt.

Während die verpeilte Protagonistin versucht, sich der entschleunigenden Wirkung Süditaliens zu widersetzen, und dabei von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert, trifft sie auf zwei grundverschiedene Männer. Eine heitere Urlaubsgeschichte voller Humor, skurriler Situationen und unerwarteter Wendungen, in der nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Leseprobe

Ausschnitte aus zwei Kapiteln der Geschichte.


SZENE 1
Katerstimmung


Verdammte Axt, wie hat diese Jones das nur geschafft? Niemand kennt sie und doch steht sie ganz oben und scheffelt haufenweise Geld mit ihrem Machwerk. Wahrscheinlich erhält sie auf diese Art und Weise sogar einen Bonus. Und alles nur, weil sie noch ein paar Nullen drangehängt hat.

Ich saß in der Küche meines Bruders und starrte mit trüben Augen auf den Bildschirm meines Notebooks. Dort war der brandneue Roman einer Autorin zu sehen, von der keine einzige meiner Kolleginnen jemals zuvor gehört hatte. Und jetzt stürmte sie als Nobody die Bestsellerlisten mit einer Geschichte, die ich schon in -- gefühlt hundert -- anderen Büchern besser gelesen hatte. Nur dass sie die Erste hier in Deutschland war, die das Wort 'Billiardär' im Titel führte. Ich nahm die Tasse aus dem Espressoautomaten und versuchte dabei, die hämmernden Schmerzen in meinem Hinterkopf zu ignorieren.

Oh, dieser verfluchte Chianti!

Ich hätte nach dem zweiten Glas aufhören sollen.

Zino hätte mich daran hindern sollen, noch eine weitere Flasche zu öffnen.

Wobei, wenn ich es mir recht überlegte, hätte ich ohnehin nicht auf ihn gehört. Wir sind zwar Zwillinge und er ist auch um einiges größer als ich, dafür bin ich aber ganze fünf Minuten länger auf der Welt und wer hört schon auf sein kleines Brüderchen?

Aber ich tat ihm unrecht. Immerhin war er derjenige gewesen, der zugehört hatte, als ich ihn gestern Abend einfach überfallen hatte. Ich hatte nicht anders gekonnt, nachdem ich einen Schriftsatz vom Anwalt meines Noch-Ehemannes erhalten hatte, in dem ich zu etwas aufgefordert wurde, das ich nicht verstand. Anwaltsdeutsch eben. Da war mir klar gewesen, dass ich unsere frühere wöchentliche Zusammenkunft bei Pasta und Vino wiederaufleben lassen musste, damit Zino mir das Kauderwelsch übersetzen konnte. Er hatte ja schließlich Jura studiert, auch wenn er nicht als Anwalt arbeitete.

Und diese Übersetzung hatte mich vollends in Verzweiflung gestürzt. Auch wenn ich selbst Zinos Worte nur ansatzweise verstand, so schien es darauf hinauszulaufen, dass es 'Herr Schröder', ich würde ihn nie wieder anders nennen, nun darauf anlegte, mir meine Bücher wegzunehmen. Meine Babys. Bei dem Gedanken daran wollten sich schon wieder Tränen der Wut und Ohnmacht ihren Weg aus den Augenwinkeln bahnen. Ursprünglich hatte das Schreiben für mich als 'Unternehmergattin' zwar nur als Möglichkeit gedient, die Zeit zwischen den Kosmetikterminen, der Firmenrepräsentation und der Charity-Arbeit halbwegs sinnvoll auszufüllen. Inzwischen hatte es sich aber zu meinem Lebensinhalt entwickelt. Ausgerechnet jetzt, wo sich all das Herzblut, das ich in die Geschichten hineingelegt hatte, endlich auszuzahlen begann, sollte ich die Rechte an ihn übertragen. Und alles nur, weil ich mich von ihm getrennt hatte. Er war nicht müde geworden, mir wegen meiner Reaktion ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen. Schließlich war ich ja einfach unangekündigt in der Firma erschienen und hatte ihn nur deshalb dabei überrascht, als er sich von seiner Physiotherapeutin eine Spezialbehandlung geben ließ.

Vielleicht gehen die Geschäfte ja doch nicht so gut, wie er es nach außen immer darstellt? Und jetzt will er sich auch noch die Euros unter den Nagel reißen, die ich mir selbst erarbeitet habe. Hoffentlich wird es nie so weit kommen.

* * *

Automatisch löste sich mein Blick vom Trauerspiel auf dem Bildschirm und wanderte zu dem Stapel Papier, mit dem Schröder die Zukunft meiner Geschichten besiegeln wollte. In diesem Moment gab das neben dem Notebook auf dem Tisch liegende Handy einen seltsamen Klingelton von sich. Ohne hinzusehen, tastete ich hektisch danach, damit das viel zu laute Klingeln endlich aufhörte. Ich erwischte es an der Kante, stieß es damit aber nur vom Tisch. Das Klingeln erstarb.

Na bitte. Auch eine wirksame Behandlung von Anrufen.

Ich riss mich von der Betrachtung des Schriftsatzes los. Vorsichtig, um den Typen, der sich mit dem Hammer in meinem Schädel herumtrieb, nicht noch mehr herauszufordern, lehnte ich mich zur Seite und fischte das Smartphone aus dem Papierkorb. Stirnrunzelnd starrte ich auf das Display. Was wollte jemand mit einer unbekannten Rufnummer um diese geradezu nachtschlafende Zeit von mir? Unvermittelt begann das Handy erneut zu klingeln. Vor Schreck hätte ich es beinahe fallen lassen. Konnte das der Anwalt sein, dessen Anruf mir Zino gestern angekündigt hatte? Aber die Nummer kam mir vage bekannt vor. Wenn ich mir doch bloß Zahlen merken könnte. Es half nichts. Also nahm ich das Gespräch an.

»Morgen, Grübchen«, schallte Zinos Stimme fröhlich heraus, noch bevor ich mich zu Wort melden konnte. »Weilen wir wieder unter den Lebenden?«

»Ich kann dich auch nicht leiden. Danke schön«, murmelte ich. »Ja, ich bin in der Senkrechten und beobachte die Bestsellerliste. Und du weißt, dass ich diesen Namen hasse.«

»Geschenkt, Agata. Ich finde dein Grübchen im Kinn süß. Aber was ich dir sagen wollte ...«

»Zino, sie ist immer noch in den Top Ten«, unterbrach ich ihn. »Und bestimmt nur, weil es um nen Billiardär in Dubai geht. Ich mein, warum kann es nicht auch mal in Deutschland oder Italien spielen? Es gibt hier so schöne Landstriche. Denk mal an den Wispertaunus oder den Foresta Umbra, von dem Mamma immer erzählt. Und die ärmlichen Millionäre genügen ihr auch nicht. Nöö, ihr Held hat natürlich millionenmal mehr Knete auf dem Konto. Gegen diese Inflation der Nullen muss doch etwas getan werden.«

»Das hast du schon«, fuhr er dazwischen. »Schau mal in deinen Blog.«

Ich rief meine Website auf. Meine verquollenen Augen flogen über den ersten Absatz des aktuellen Artikels. Mein Gesicht wurde heiß vor Scham, während es mir kalt den Rücken hinunter lief.

»Du hättest mich aufhalten müssen«, hauchte ich.

Bei dem Gelächter, das daraufhin aus dem Hörer schallte, jubilierte der Hammerträger in meinem Hirn. Ich zuckte schmerzerfüllt zusammen.

»Der war gut, Schwesterherz«, gluckste Zino. »Als ob du dich jemals von etwas abbringen lassen würdest, was du dir in den Kopf gesetzt hast. Aber Scherz beiseite, die Bambi-Nummer von eben solltest du dir für deinen Verleger merken, wenn er gleich bei dir anruft.«

War das die erste unbekannte Nummer, die mir eigentlich doch bekannt vorkam?

»Moment, woher weißt du, dass er eben angerufen ... ähm gleich anrufen wird?«

»Weil er zuerst bei mir angerufen hat -- weiß der Himmel, warum. Und er klang ... wie soll ich sagen ... not amused. Du solltest auf jeden Fall rangehen, wenn es klingelt.«

»Wollte ich ja ... ich meine, werde ich.«

»Sag bloß, du hast ihn weggedrückt?«

»Hab ich nicht«, fuhr ich auf. »Na ja, ich wollte es nicht, aber das dämliche Telefon ist mir aus der Hand gerutscht und da war der Anruf weg.«

»O-Oh ... das gibt Mecker vom Onkel«, prustete Zino.

Bevor ich jedoch angemessen darauf reagieren konnte, signalisierte mir das Handy einen weiteren Anruf.

»Das wird er wohl sein. Ich muss ...«

»Schon klar. Nicht vergessen, der grüne Button ist der zum Annehmen des Telefonats. Ciao, Bella.«

Zino beendete unser Gespräch, während ich wie hypnotisiert auf das Display starrte und meine nicht vorhandenen Optionen abwägte.

Kann ich nicht vielleicht doch einfach ...? Nein, es nutzt nichts. Früher oder später muss ich mich dem Schlamassel, den ich angerichtet habe, stellen.

Da es mir irgendwie passend erschien, erhob ich mich und straffte die Schultern, bevor ich abhob.

»Guten Morgen, Herr Stein«, begrüßte ich ihn in einem Tonfall, der hoffentlich weder nach Grabesstimme, noch allzu fröhlich klang.

»Auch Ihnen einen guten Morgen, Frau Finocchio. Schön, dass Sie Zeit gefunden haben, das Gespräch entgegenzunehmen. Ich will es kurz machen. Seien Sie bitte um neun bei mir im Büro, um Ihre weitere berufliche Zukunft zu besprechen. Bis nachher also.«

* * *

Das hatte gesessen. Und ich saß nun auch. Mit zitternden Fingern griff ich nach der Kaffeetasse, die ich während des Telefonats abgestellt hatte.

Bestimmt ist der Inhalt inzwischen kalt.

Zum Glück war er es tatsächlich, denn als ich zu trinken ansetzte, entwickelte meine kraftlose Hand ein Eigenleben, das dazu führte, dass ich mir die Hälfte des Tasseninhalts über Kinn und Oberkörper schüttete.

»Uargh, verdammt«, schrie ich die leere Küche an. An irgendetwas musste ich die schlechte Laune schließlich auslassen.

Dann fiel mein Blick auf die Uhr und ich sprang auf. In nicht einmal einer Dreiviertelstunde wurde ich im Büro des Verlegers erwartet. Wenn Emmy mitspielte, würde ich es mit Hängen und Würgen rechtzeitig schaffen. Aber in welchem Outfit sollte ich dem großen Herwarth Stein gegenübertreten? Die Bluse hatte ich soeben ruiniert. Da half nur eins. Geschwisterliche Unterstützung. Wie ein aufgescheuchtes Huhn flitzte ich in Zinos Schlafzimmer und riss den Kleiderschrank auf.


SZENE2

Nach Canossa


Als ich vor das aufwendig restaurierte, neugotische Mietshaus trat, in dem mein Bruder residierte, schien mir die Sonne durch das inzwischen zart grünende Blätterdach der Straßenbäume ins Gesicht. Prächtig. Endlich wurde es wirklich Frühling und damit Zeit, mal wieder 'oben ohne' unterwegs zu sein. Zum Fahren allerdings würde ich ein Auto brauchen.

Wo habe ich Emmy gestern Abend nur abgestellt?

Mein Blick huschte verzweifelt nach links und rechts auf der Suche nach dem süßen grünen Schnuckelchen, das ich seit der Befreiung von Herrn Schröder mein Eigen nannte.

Wenn es doch bloß eine App dafür gäbe.

Die gab es zwar tatsächlich, aber Emmy war leider zu betagt, um solchen technischen Schnickschnack zu unterstützen.

Also doch auf die altmodische Art und Weise.

Ich drückte auf den Knopf an meinem Zündschlüssel und siehe da, ein Stück zu meiner Rechten, fast hinter einer Linde verborgen, flammte ein Blinklicht auf und wies mir den Weg. Kein Wunder, dass ich Emmy übersehen hatte. Ihr grünes Blechkleid passte sich wunderbar in die Farbenpracht der Umgebung ein, auch wenn es eher einer Tanne ähnelte. Aber natürlich bereute ich die Wahl meines fahrbaren Untersatzes nicht, selbst wenn ich wegen Emmys veralteter Technik möglicherweise zu spät zu meinem Termin kommen würde. Der MG war ein echter britischer Klassiker und die gehören nun mal in 'british racing green'.

Ganz in der Nähe schlug die Kirchturmuhr einmal.

Ich fuhr zusammen.

Verdammt, nur noch eine halbe Stunde. Warum bin ich heute bloß so abgelenkt? Ach ja, der Restalkohol.

* * *

Hastig lief ich zu meinem Wagen, warf mich samt Handtasche hinein und startete den Motor. Auf das Öffnen des Daches verzichtete ich trotz des schönen Wetters. Ich hatte weder die Ruhe noch die Zeit dazu, die unzähligen Handgriffe durchzuführen, die notwendig waren, um aus dem Roadster ein Cabrio zu machen. Zum Glück war mir der Gott des Verkehrs wohlgesonnen, denn ich schaffte es in rekordverdächtigen 25 Minuten, zum Verlag zu gelangen.

Durch meine Pünktlichkeit wieder etwas zuversichtlicher, hüpfte ich die fünf Stufen zum Eingang des Verlagsgebäudes hinauf und stieg in den Lift, der mich in die vierte Etage brachte. Als sich die Tür der Kabine öffnete, wurde ich bereits von der imposanten Gestalt der Assistentin der Geschäftsleitung erwartet.

Liegt es nur an meinem schlechten Gewissen oder hat sie schon immer wie Professor McGonagall ausgesehen?

»Wie schön, dass es Ihnen, anders als beim letzten Lektorat, gelungen ist, diesmal den Termin einzuhalten«, begrüßte sie mich in ihrer üblichen gradlinigen Art, jedoch mit einem Gesichtsausdruck, der mir an ihr bisher noch nicht aufgefallen war.

»Hallo, Frau Krause. Ähm, was meinen ...«

»Gehen Sie besser schnell rein zu ihm. Dann haben Sie es hinter sich«, unterbrach sie mich und schritt voraus, eine herbe Wolke 'CK one' zurücklassend.

Okay, das hört sich problematisch an.

Meine gute Laune verflog und der Elan, der mich eben noch angetrieben hatte, verebbte ebenfalls. Mit eingezogenem Kopf schlich ich durch die von der Assistentin offen gehaltene Tür ins Allerheiligste. Frau Krause warf mir dabei einen Blick zu, den ich erneut nicht so recht zu deuten wusste. War sie erschüttert? Oder musste sie sich daran hindern in Gelächter auszubrechen?

Kaum war ich drin, nickte sie mir noch einmal in einer Art und Weise zu, die wohl bekräftigend wirken sollte, und schloss die Tür hinter mir.

Angespannt ging ich über den hochwertig aussehenden Orientteppich auf Herwarth Stein zu. Mit dem Rücken zu mir stand er hinter seinem Schreibtisch, sah aus dem Fenster und schien in Gedanken versunken. Als ich an den Stühlen angelangt war, die vor dem antiken, aus Ebenholz gefertigten Tisch aufgestellt worden waren, zögerte ich.

Soll ich mich setzen oder lieber nicht? Was wird in so einer Situation wohl von der Delinquentin erwartet?

Da ich das Gefühl hatte, mir nur aussuchen zu können, wie ich es falsch machte, probierte ich es mit einem zaghaften Räuspern.

Wenn Zino mich so sähe, würde er wahrscheinlich umfallen vor Lachen.

Keine Reaktion.

»Ähm, Herr Stein«, setzte ich erneut an, wurde aber durch eine abrupte Bewegung seiner linken Hand gestoppt.

»Hm«, machte er, ohne sich umzudrehen. »Hm-hm-hm.«

In meinem Kopf überschlugen sich Bilder, von denen kein einziges eine tröstliche Vision darstellte. Zerrissene Verträge, Umsatzanzeigen mit ganz vielen Nullen darauf.

Verdammt, schon wieder Nullen. Wird mich dieser eine Fehltritt von jetzt an verfolgen?

Endlich kam Bewegung in meinen Verleger. Er wandte mir seinen Kopf halb zu und sagte: »Nullendompteure, wie? Wispertaunus?«

Ich hob die Hände in einer Geste, die der Hilflosigkeit darüber entsprach, was der Wein gestern Abend in mir zum Vorschein gebracht hatte. Dann schaute ich ihn in banger Erwartung an.

»Herr Stein, Sie müssen wissen, dass ...«

Nachdem er mir während meines Gestammels erneut den Rücken zugewandt hatte, drehte der Verleger sich nun vollends zu mir um.

Ich stutzte.

Habe ich das eben richtig gesehen? Das war doch ein Lächeln in Steins Gesicht, das sich in der Scheibe gespiegelt hat. Oder spielt mir nur das Wunschdenken einen Streich?

Angesichts des Ausdrucks auf meinem Gesicht, brach er in ein volltönendes Gelächter aus. Er schritt zu seinem Chefsessel, ließ sich dort nieder und bot auch mir huldvoll einen Stuhl an.

»Entschuldigen Sie bitte, Frau Finocchio«, sagte er in seinem angenehmen Bariton und hob beschwichtigend die Hände. »Ich habe Sie in die Irre geführt, denn wenn wir ehrlich sind, haben Sie mir eine vortreffliche Vorlage dafür geliefert.«

Mein Unterkiefer klappte hinunter, aber mir fehlten noch immer die Worte. Also nickte ich nur.

»Tatsächlich bin ich im tiefsten Grunde meines Herzens Ihrer Meinung. Nur kann ich es mir im Sinne des Verlages nicht leisten, dies öffentlich zur Schau zu tragen. Immerhin verschlingt ein Großteil unserer Klientel gerade diese Art von Geschichten, sodass zu befürchten ist, dass sie Ihre Einlassungen als Affront empfinden würden.«

»Da haben Sie vermutlich recht«, krächzte ich mit einer Stimme, die nicht mir zu gehören schien.

Er fixierte mich mit seinem Blick.

»Und um der Wahrheit die Ehre zu geben, hätten auch Sie besser daran getan, es zu lassen.«

»Ja, das stimmt natürlich. Es war nur ...«

»Und deshalb schicken wir Sie in Urlaub«, schloss Stein und lehnte sich entspannt im Sessel zurück.

»What?!« Das Wort entschlüpfte meinen Lippen, bevor ich sie davor verschließen konnte.

»Sie haben richtig gehört, meine Liebe«, meldete sich die Stimme von Frau Krause hinter mir zu Wort. »Es ist bereits alles arrangiert.«

Ich drehte mich zu ihr herum und starrte sie entgeistert an. Sie musste wohl in den Raum getreten sein, ohne dass ich es in der Anspannung bemerkt hatte.

»Ähm ... Sie ... also ich ... fahre in den Urlaub?«

Die eben noch im Kopf herumgeisternden Endzeitvisionen meines Autorinnendaseins wurden durch Bilder einer Bar an einem kilometerlangen, palmengesäumten, feinsandigen Strand und Cocktails in einem lichtdurchfluteten In-Club ersetzt.

»... zwei Wochen Italien ...«


Die Leseprobe endet hier, aber Agatas turbulente Reise nach Apulien beginnt gerade erst!


Was erwartet sie dort? Wird der Social-Media-Skandal Folgen haben?

Und was hat es mit dem mysteriösen T-Shirt auf sich?


Wer will schon eine Null

Christine Corbeau · Band 1 der Nullen-Reihe

Wer will schon eine Null – FAQ
Nullen-Reihe · Band 1

Wer will schon eine Null

Häufig gestellte Fragen zum Roman von Christine Corbeau

Allgemeine Fragen

Titel:"Wer will schon eine Null" – der erste Band der Nullen-Reihe.

Worum geht es: Agata Finocchio, erfolgreiche Romance-Autorin aus Berlin, Anfang 30, kennt ein Muster nur zu gut: Männer verlassen sie. Nach einem peinlichen Social-Media-Fauxpas flüchtet sie in den Urlaub nach Apulien. Was als Entspannungsreise gedacht war, wird zu einer turbulenten Reise voller unerwarteter Begegnungen, Selbstfindung und der Frage: Warum will mich keiner – bin ich eine Null in der Liebe?

Christine Corbeau ist das Pseudonym von C. A. Raabe. Der Autor (männlich) wählte bewusst einen weiblichen Künstlernamen, da ihm Kollegen rieten, dass männliche Namen im Romance-Genre weniger gut funktionieren. Diese pragmatische Entscheidung hat sich bewährt – die Nullen-Reihe wird von Leserinnen und Lesern gleichermaßen geschätzt.

Der Titel hat mehrere Bedeutungsebenen:

Der Social-Media-Skandal: Agata beschimpft versehentlich eine Konkurrentin als "Nullendompteurin" (wegen vieler Nullen im Buchtitel).

Das Beziehungsmuster: Die "Null" steht für Agatas Erfahrung, dass Männer sie immer wieder verlassen – "Wer will schon eine Null" wird zur schmerzhaften Frage in der Liebe.

Die Ironie: Als Romance-Autorin schreibt sie über Happy Ends, erlebt sie aber selbst nicht.

Reihen-Leitmotiv: Das "Nullen"-Motiv zieht sich durch alle Bände – wobei jeder Band eine andere Facette beleuchtet.

Ja, dies ist Band 1 der Nullen-Reihe. Jeder Band hat eine andere Protagonistin und kann eigenständig gelesen werden, aber die Charaktere tauchen in späteren Bänden wieder auf. Die Reihe profitiert vom chronologischen Lesen, ist aber nicht darauf angewiesen.

Bisherige Bände:
· Band 1: "Wer will schon eine Null" (Agata)
· Band 2: "Wer braucht schon eine Null" (Martha)
· Band 3: "Die Null ist auch nur eine Zahl" (Zino)

Romantic Comedy mit Road-Trip-Elementen. Der Roman kombiniert Humor, Romantik, Selbstfindung und Reiseabenteuer. Er ist anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur mit psychologischer Tiefe – perfekt für alle, die intelligente, humorvolle Liebesgeschichten mögen.

Handlung & Setting

Die Geschichte beginnt in Berlin, wo Agata als Romance-Autorin arbeitet. Der Hauptteil spielt in Apulien, Italien – der "Stiefelabsatz" Italiens mit traumhafter Adriaküste. Settings umfassen ein Luxushotel direkt am Meer, malerische Küstenstraßen, authentische italienische Restaurants und Bars, traumhafte Strände und Buchten sowie historische Dörfer und Städte. Die Beschreibungen sind so lebendig, dass man Fernweh bekommt!

"Grobi" ist Agatas liebevoller Spitzname für ihren überdimensionalen Mietwagen – benannt nach der Sesamstraßen-Figur. Das Auto wird fast zum Charakter: zu groß für enge italienische Gassen, aber perfekt für ein Road-Trip-Abenteuer. Agatas Verhältnis zum Auto und ihre Fahrweise sorgen für viele humorvolle Momente.

Agata postet versehentlich einen beleidigenden Kommentar öffentlich statt privat – sie beschimpft eine Konkurrenz-Autorin als "Nullendompteurin". Der Post geht viral und wird zum PR-Desaster. Als Romance-Autorin weiß sie, wie solche Skandale enden können. Ihr Verlag drängt sie in Zwangsurlaub nach Apulien. Was als Flucht vor Problemen beginnt, wird zur lebensverändernden Reise.

Ja! Agata fährt mit "Grobi" durch Apulien und erlebt verschiedene Abenteuer. Die Reise führt sie von Ort zu Ort, von Begegnung zu Begegnung. Es ist kein klassischer Roadtrip mit festem Ziel, sondern eine organische Entdeckungsreise – sowohl geographisch als auch emotional. Die Fahrt wird zur Metapher für Agatas innere Reise.

Charaktere

Alter: Anfang 30
Beruf: Erfolgreiche Romance-Autorin in Berlin
Persönlichkeit: Intelligent, impulsiv, temperamentvoll, selbstironisch, sinnlich
Hintergrund: Italienische Wurzeln (beide Eltern italienisch, in Deutschland kennengelernt), aufgewachsen in Deutschland
Familie: Hat einen Zwillingsbruder Zino (IT-Spezialist)

Agata ist eine wunderbar komplexe Protagonistin: erfolgreich, aber unsicher; humorvoll, aber verletzlich; stark, aber suchend. Sie liebt gutes Essen, italienische Kultur und hat eine Vorliebe für spontane Entscheidungen. Als Romance-Autorin kennt sie alle Klischees – und kämpft trotzdem mit ihren eigenen Beziehungsmustern.

Agatas Zwillingsbruder (5 Minuten jünger). Er ist IT-Spezialist, schwul, humorvoll und ein wichtiger emotionaler Anker für Agata. Die Geschwisterbeziehung ist liebevoll und authentisch – sie necken sich, unterstützen sich und verstehen sich ohne viele Worte. In Band 1 ist er die unterstützende, weise Stimme.

Ohne zu viel zu verraten: Agata begegnet verschiedenen Menschen, die alle auf ihre Art wichtig werden. Martha: Eine junge Frau, die sie kennenlernt. Barbara und Horst: Ein älteres deutsches Paar mit eigener Geschichte. Diverse Einheimische: Die das echte Italien zeigen. Und weitere besondere Menschen: Deren Identität und Rolle Sie beim Lesen entdecken sollten!

Ja, definitiv! Es ist ein Romantic Comedy Roman. Aber ohne zu spoilern: Die Liebesgeschichte entwickelt sich unerwarteter und tiefer, als typische Rom-Com-Plots. Es geht nicht nur um romantische Liebe, sondern auch um Selbstliebe, Freundschaft und die Frage, was man wirklich vom Leben will. Die romantischen Elemente sind charmant, humorvoll und emotional authentisch.

Stil & Ton

Erzählperspektive: Ich-Perspektive aus Agatas Sicht
Ton: Humorvoll, selbstironisch, leicht, aber mit emotionaler Tiefe
Sprache: Zugänglich und flüssig, reich an sinnlichen Beschreibungen (Essen, Landschaft, Atmosphäre)
Besonderheit: Innere Monologe in Kursivschrift zeigen Agatas Gedankenwelt

Der Stil ist wie ein gutes Gespräch mit einer klugen, witzigen Freundin – natürlich, warm und unterhaltsam, ohne oberflächlich zu sein.

Sehr! Der Humor ist vielseitig: Selbstironie(Agata nimmt sich und ihre Ängste auf die Schippe), Situationskomik(Missgeschicke mit Grobi, kulturelle Missverständnisse), Wortspiele(besonders bei den italienischen Elementen), Charakterhumor(die Interaktionen zwischen den Figuren) und kulinarischer Humor(Agatas Beziehung zum Essen). Der Humor ist nie platt oder erzwungen – er entsteht organisch aus Situationen und Charakteren.

Ja, aber es ist perfekt dosiert! Italienische Wörter und Phrasen werden verwendet für kulinarische Begriffe (Namen von Gerichten, Zutaten), Kosenamen und emotionale Ausdrücke sowie Ortsnamen und kulturelle Referenzen.

Wichtig: Alles ist aus dem Kontext verständlich oder wird erklärt. Man braucht kein Italienisch, um den Roman zu genießen. Die italienischen Elemente sorgen für Authentizität und Atmosphäre, ohne zu überfordern.

Sehr detailliert – und wunderbar! Agata ist eine Genießerin, und das spiegelt sich im Roman wider. Essen ist nicht nur Nahrung, sondern Lebensfreude, Kultur und sinnliche Erfahrung. Die Beschreibungen sind so lebendig, dass man beim Lesen Hunger bekommt. Von Orecchiette über Burrata bis zu perfektem Espresso – Italien wird kulinarisch zum Leben erweckt.

Tipp: Nicht hungrig lesen! Oder gleich ein italienisches Restaurant in der Nähe haben.

Themen

Primäre Themen: Beziehungsmuster (Warum verlassen Männer sie immer wieder?), Liebe vs. Romance (Happy Ends schreiben, aber nicht erleben), Selbstfindung (Wer bin ich jenseits meiner Beziehungen?), Beruf vs. Privatleben (Erfolgreiche Autorin, aber unglücklich in der Liebe) und die Ironie des Lebens (Romance-Autorin mit gescheiterten Beziehungen).

Sekundäre Themen: Social Media und Öffentlichkeit, Familienbande (Geschwisterbeziehung), kulturelle Identität (italienische Wurzeln, deutsches Leben) sowie Spontaneität vs. Kontrolle.

Das ist die zentrale Frage, die Agata umtreibt – und die der Roman behutsam erforscht, ohne zu spoilern. Die Ironie ist groß: Als Romance-Autorin schreibt sie über perfekte Liebesgeschichten und Happy Ends, erlebt aber selbst immer wieder, wie Beziehungen scheitern. Liegt es an ihr? Sucht sie die falschen Männer? Oder gibt es tiefere Muster, die sie nicht sieht? Die Reise nach Apulien wird zur Chance, diese Fragen endlich zu stellen – und vielleicht Antworten zu finden.

Definitiv auch um andere Beziehungen! Der Roman zeigt Geschwisterliebe(Agata und Zino haben eine wunderbare Bindung), Freundschaft(neue Freundschaften entstehen, besonders mit Martha), Selbstbeziehung(Agatas Reise zu sich selbst) und intergenerationale Beziehungen(Begegnungen mit Älteren und Jüngeren). Die romantische Beziehung ist wichtig, aber der Roman zeigt, dass Liebe viele Formen hat.

Zielgruppe & Eignung

Primäre Zielgruppe: Frauen 25-45 Jahre (besonders 28-38), Fans von Romantic Comedy, Italien-Liebhaber, Genussmenschen (Essen, Reisen), Frauen mit Beziehungserfahrungen (die sich fragen: "Warum immer ich?") und alle, die Romance-Autorinnen mögen.

Aber auch für: Jüngere Leser, die sich mit Beziehungsthemen identifizieren, ältere Leser, die die Reise genießen, Männer, die gute Geschichten schätzen, und alle, die intelligente Unterhaltung mögen.

Ja und nein. Der Roman ist perfekt für den Strand oder Pool – er liest sich flüssig und macht Spaß. ABER: Er ist nicht seicht. Unter der unterhaltsamen Oberfläche stecken ernsthafte Themen und psychologische Tiefe. Man kann ihn als leichte Lektüre genießen, aber wer tiefer einsteigen will, findet reichlich Material zum Nachdenken.

Perfekt als: Urlaubslektüre, Poolside-Reading, Italien-Urlaub-Begleitung, Wohlfühl-Buch für schwierige Zeiten

Hervorragend! Der Roman bietet viel Gesprächsstoff: Beziehungsmuster und warum wir sie wiederholen, die Ironie (Romance schreiben vs. Romance erleben), Selbstwert in Beziehungen, kulturelle Identität (italienische Wurzeln), Social Media und Öffentlichkeit sowie Selbstfindung durch Reisen. Er ist unterhaltsam genug, dass alle Spaß haben, aber tiefgründig genug für spannende Diskussionen. Perfekt für einen geselligen Abend – am besten mit italienischem Essen und Wein!

Praktische Fragen

Etwa 300-350 Seiten, je nach Ausgabe. Das ist eine angenehme Länge – nicht zu kurz, nicht zu lang. Die meisten Leser schaffen den Roman in 2-4 Tagen, wobei viele berichten, dass sie ihn kaum aus der Hand legen konnten.

Ohne zu spoilern: Es ist ein befriedigendes Ende, das den Charakteren gerecht wird. Es ist nicht unrealistisch kitschig, aber auch nicht deprimierend. Der Roman hinterlässt ein gutes Gefühl und Hoffnung. Genau richtig für einen Romantic Comedy Roman mit Tiefgang.

Absolut! Der Roman eignet sich hervorragend als Geschenk für: Frauen 25-45, Freundinnen nach einer Trennung (perfektes Trostgeschenk!), Italien-Liebhaberinnen, Freundinnen, die Romantic Comedy mögen, Buchclub-Mitglieder, Romance-Autorinnen und -Leserinnen, Kolleginnen sowie als Mitbringsel für Italien-Urlaub.

Geschenk-Tipp: Kombinieren Sie das Buch mit italienischen Spezialitäten (Prosecco, Pasta, Olivenöl) für das perfekte Italien-Geschenkpaket! Oder mit Schokolade als Trost-Paket.

Bewertung & Vergleiche

Gesamtwertung: ★★★★½ (4,5 von 5 Sternen)

Einzelbewertungen:
· Unterhaltungswert: ★★★★★
· Charakterentwicklung: ★★★★★
· Sprachliche Qualität: ★★★★☆
· Emotionale Tiefe: ★★★★☆
· Humor: ★★★★★
· Setting/Atmosphäre: ★★★★★
· Originalität: ★★★★☆

Stärken: Sympathische Protagonistin, lebendiges Setting, perfekte Balance von Humor und Tiefe, authentische Emotionen

Kleine Schwächen: Manche Wendungen sind vorhersehbar (Romance-Genre-typisch), gelegentlich etwas zu viele kulinarische Details für manche Leser

Wenn Sie mögen, werden Sie auch diesen Roman lieben:
· Sophie Kinsella: Ähnlicher Humor, sympathische Heldinnen
· Elizabeth Gilbert "Eat Pray Love": Selbstfindung durch Reisen, Italien-Liebe
· Jojo Moyes: Emotionale Tiefe mit Humor
· Colleen Hoover: Contemporary Romance mit Substanz
· Emily Henry: Moderne Rom-Com mit Tiefgang

Unterschied: Mehr Italien-Fokus, ältere Protagonistin, stärkere kulinarische Elemente

Weil dieser Roman:
· Eine erfolgreiche Romance-Autorin zeigt, die selbst kein Happy End findet (meta und ironisch)
· Zeigt, dass Beziehungsmuster durchbrochen werden können
· Italien so lebendig beschreibt, dass Sie Fernweh bekommen
· Sie zum Lachen UND zum Nachdenken bringt
· Essen so beschreibt, dass Sie hungrig werden
· Beweist, dass Unterhaltung und Qualität zusammengehören
· Eine authentische, unperfekte, sympathische Heldin hat
· Der Beginn einer wunderbaren Reihe ist

Die Kernbotschaft: Du bist keine Null – auch wenn Männer dich verlassen haben. Dein Wert liegt nicht in Beziehungen. Du bist wertvoll, weil du du bist. Und manchmal muss man erst sich selbst finden, bevor man die richtige Liebe findet.

Wer will schon eine Null – Eine turbulente Reise zur Selbstfindung  ·  Christine Corbeau  ·  Band 1 der Nullen-Reihe

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