BAT Boy 2

New Adult Thriller mit Lost Innocence-Motiv und ganz besonderen Vampiren

Leseprobe

„BAT Boy 2 - blood pride“ ist der zweite Band der phantastischen Reihe von C. A. Raaven. Der Roman vertieft die zentralen Konflikte, erweitert die Welt und verbindet geheimnisvolle Spannung mit einem hoffnungsvollen Ausblick.

BAT Boy 2

C. A. Raaven

Urban Fantasy / Lost Innocence

BAT Boy Storyversum, Teil 2

ab 13 Jahren

1 . Auflage, 2016

TB 361 Seiten

ISBN 978-3000520143

Mit „BAT Boy 2“ setzt C. A. Raaven die phantastische Geschichte um Identität, Fremdheit und Veränderung fort. Der Roman erweitert die erzählerische Welt und stellt seine Figuren vor Entscheidungen, die ihre Zukunft nachhaltig prägen.

Das Buch richtet sich an Leser:innen, die Phantastik mit Atmosphäre, emotionaler Entwicklung und einem leisen, aber beständigen Hoffnungston schätzen.

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Erst einmal zur Leseprobe

Ines liegt auf der Intensivstation. Maschinen atmen für sie. Und Lucas sitzt daneben — mit einem fremden Rucksack in den Händen und einem Handy, das gerade klingelt.

Auf dem Display: ein Sarg. Und zwei Wörter in blutrotem Druck.

Lucas ist dreizehn, seit wenigen Wochen weiß er, was er ist. Seitdem hat er eine Stadt gerettet, eine Freundin fast verloren und einen Menschen leblos daliegen sehen, den er für unverwundbar gehalten hatte. Und jetzt sagt ihm das Handy, dass das alles erst der Anfang war.

Er ist kein Held. Er ist ein Junge, der nicht einmal schlafen kann, ohne sich zu fragen, was er im Schlaf getan hat. Der lügen muss, um andere zu schützen. Der Dinge in sich trägt — manche davon lassen sich nicht mehr so einfach herauslassen.

Blood Pride ist real. Sie sind organisiert. Sie haben Geduld. Und sie wissen, dass es Leute wie Lucas gibt.

Der Berliner Winter ist kalt, die Nächte sind lang, und irgendwo in dieser Stadt wartet jemand darauf, dass Lucas einen Fehler macht.

Ob er ihn machen wird — oder ob der Fehler ihn schon längst gefunden hat — das ist die Frage, die Band 2 nicht loslässt.

Leseprobe

Ausschnitte aus drei Szenen der Geschichte.


SZENE 1

Neujahr, 00:04 Uhr


Der Stuhl war unbequem. Das war das Einzige, worüber Lucas gerade noch nachdenken konnte, ohne dass es ihn zerriss.

Hinter der Glaswand blinkte eine Reihe von Apparaten. Dazwischen: ein Bett. Darin: Ines. Maschinen übernahmen die Aufgaben, die ihr Körper gerade nicht mehr zu leisten imstande war. Es waren schon mehrere Stunden vergangen.

Lucas fühlte sich elend, was zum Großteil daran lag, dass er seit einer Ewigkeit nichts mehr gegessen hatte. Aber er brachte trotzdem keinen Bissen hinunter. Er machte sich bittere Vorwürfe, dass er Ines so lange nicht aus sich herausgelassen hatte — ja, dass er sie überhaupt in sich aufgenommen hatte.

Seine Finger nestelten fahrig an etwas herum, das er in seiner Hand hielt. Er blickte nach unten und entdeckte den Rucksack, den sie zusammen mit dem von Ines in der Siegessäule gefunden hatten.

In diesem Moment erklang daraus ein Geräusch.

Lucas ließ ihn vor Schreck fallen. Das Geräusch entpuppte sich bei näherem Hinhören als »Enter Sandman« von Metallica. Es spielte immer weiter.

Kurze Zeit später hielt er etwas in der Hand, das er noch nie irgendwo gesehen hatte. Es musste ein Handy sein, aber auf Anhieb konnte Lucas keine Tastatur entdecken. Dann fand er heraus, dass es sich aufklappen ließ. Als er dies tat, wurde sein Erstaunen immer größer. Die Handys, die er kannte, konnten nur ziemlich hässliche Piepser von sich geben. Dieses hier spielte einen vollständigen Musiktitel und hatte darüber hinaus ein Farbdisplay, das sogar Bilder darstellen konnte.

Auf diesem Display war nun ein Sarg zu sehen, auf dem mit blutroten Buchstaben »Blood Pride« geschrieben stand.

Lucas starrte noch einen Moment darauf, dann drückte er die Annahme-Taste.

* * *

»Plague, was ist los? Warum hat es nicht geklappt?!«, dröhnte eine tiefe Stimme aus dem Hörer.

Lucas starrte den Hörer in seiner Hand an, als ob er erwarten würde, dass dieser sich jeden Moment in eine Kobra verwandelte.

»Hey, was ist los? Hat's dir die Sprache verschlagen?«, rief der Mann am anderen Ende der Leitung ungeduldig.

»Plague spricht nicht mehr. Ich hab ihn gekillt«, sagte Lucas mit tonloser Stimme.

Dann wurde ihm bewusst, was er da gerade gesagt hatte, und er schlug sich erschrocken die freie Hand vor den Mund. Die andere hielt immer noch das Handy an sein Ohr.

»Wie? Was is los? Wer ist da!?«, sagte der Mann immer noch laut, aber nun etwas überrascht.

Auf Lucas' Gesicht breitete sich ein kaltes Grinsen aus.

Bist du bekloppt? Leg auf!, schrie die Stimme in seinem Hinterkopf. Aber er hörte nicht auf sie.

Von einer morbiden Neugier auf die Reaktion seines Gegenübers gepackt öffnete er den Mund. Er brannte darauf, dem Unbekannten von den letzten Sekunden in Plagues Leben zu berichten — dem Mann, der seinen Mentor auf den Stufen der Berliner Siegessäule getötet hatte.

»Was glaubst du eigentlich, was du hier machst? Das ist hier ne Intensivstation! Hier sind Handys verboten!«, herrschte ihn plötzlich eine Stimme an.

Lucas fuhr erschrocken hoch und blickte in das verärgerte Gesicht eines Pflegers.

»Oh … äh, Tschuldigung. Das wusste ich nicht«, murmelte er.

Der Pfleger zeigte stumm nach rechts, wo auf einem Schild die Worte zu lesen waren: »Achtung Intensivstation. Benutzung von Mobiltelefonen verboten.«

Lucas setzte sich in Bewegung. Dabei hob er die Hand mit dem Telefon wieder ans Ohr.

»Wer zum Teufel bist du, und wo hast du das gottverdammte Handy her?«, grollte die Stimme des Mannes erneut.

Lucas trat in die Aufzugkabine und drückte auf den Knopf mit der '1'. Das Gespräch lief ganz und gar nicht nach seinem Geschmack — aber er hatte nicht vor, es dabei zu belassen.

»Zum letzten Mal«, blaffte Lucas den Unbekannten an. »Plague ist Toast! Wenn du willst, dann kannst du den Rest von ihm vom Boden in der Siegessäule abkratzen.«

… nein … nicht …

Aus dem Hörer war mit einem Mal ein seltsames Geräusch zu hören, aber Lucas war jetzt voll in Fahrt. Er schrie seine ganze Wut und Trauer darüber hinaus, dass Neumann nicht mehr lebte, stieß Beschimpfungen über Plague und seine Horde von Monstern aus.

… nicht weiter …

»Doch«, bellte Lucas. »Ich mach weiter! Ich …«

Er stoppte.

Das Display des Telefons sagte ihm, die Verbindung sei unterbrochen. Aber woher kam dann diese Stimme?

— ✦ —


SZENE 2

Das Erwachen


Sämtliche Warntöne, die eben noch das bevorstehende Multi-Organversagen der Patientin angekündigt hatten, verstummten mit einem Mal.

Dann gab sie einen unartikulierten Laut von sich, der kurz darauf zu einem »Lucas, wie konntest du!« wurde.

Der Junge versuchte mühevoll, sich in eine senkrechte Position hochzustemmen, sodass er nicht in der Lage war, sich abzuwenden.

Die linke Hand des Mädchens traf ihn und versetzte ihm eine schallende Ohrfeige. Vom Schwung, mit dem sie ihn schlug, löste sich sogar das Pulsoximeter von ihrem Zeigefinger. Es flog durch die Luft, bis es vom daran befestigten Kabel gebremst wurde.

Aber anstatt überrascht oder gar verärgert zu reagieren, sah der Junge sie nur traurig an.

Er murmelte: »Ja, tut mir leid. Aber du weißt ja warum.«

Dann drehte er sich wortlos um und schlurfte mit hängendem Kopf nach draußen auf den Gang. Nicht einmal der Pfleger hielt ihn auf, denn er war viel zu sehr damit beschäftigt, mit offenem Mund auf das Mädchen zu starren. Sie hatte sich aufgesetzt und schickte dem Jungen wütende und zugleich verwirrte Blicke hinterher. Dann schien sie sich ihrer Umgebung bewusst zu werden und fuhr zusammen.

»Huch, was ist los? Wo bin ich?«

»Wann kann ich hier raus?«, fragte sie.

»Na ja, ganz so schnell wird das nicht gehen«, gab der Arzt zurück. »Immerhin wärst du eben fast …«

Dann verlor sich seine Stimme, denn ihm wurde bewusst, was er eben — überrumpelt von der plötzlichen Verbesserung des Zustandes — zu einer Minderjährigen gesagt hätte.

* * *

Mit unbewegter Miene trottete Lucas den Flur des Krankenhauses entlang. Innerlich tobte ein Chaos aus widerstreitenden Gefühlen.

Triumph, weil er herausgefunden hatte, woran es gelegen hatte, dass Ines nicht aufgewacht war. Erleichterung, darüber, dass es geklappt hatte, das letzte Stückchen von ihr aus sich herauszulösen. Horror über das, was hätte passieren können, wenn er es nicht mehr rechtzeitig geschafft hätte. Enttäuschung über Ines' Reaktion. Aber hatte er denn überhaupt eine andere Reaktion erwarten können?

So viel zum Thema Wunsch und Wirklichkeit, dachte er resigniert.

Dann kam er am Lift an und drückte auf den Abwärts-Knopf. Die Türen glitten auseinander. Überrascht stellte Lucas fest, dass er sie bereits gefunden hatte, denn Betty und Paul standen in der Kabine.

»Luky, was …«, begann Betty, aber er trat nur zu ihnen in die Kabine und drückte wortlos auf den Knopf für das Erdgeschoss.

»Heißt das, Ines ist …?«

»Aufgewacht. Lasst uns fahren«, brummte Lucas.

»Ich kann jetzt nicht. Ich will auch nicht«, murmelte er. »Bitte. Ich will nur noch nach Hause.«

Betty legte Paul die Hand auf den Arm und schüttelte den Kopf. Dann schloss sie Lucas in die Arme und drückte ihn ganz fest an sich.

In diesem Moment war ihm das völlig recht.

— ✦ —


SZENE 3

Der Falke


Es war ein Sonntag, wenige Tage, nachdem ein ganz bestimmter Mensch aufgehört hatte, zu existieren.

Die Luft war klar, und vom vollkommen wolkenlosen Himmel strahlte eine an den nahenden Frühling erinnernde Sonne auf das Pflaster des Alexanderplatzes hinab. Wenn einer der Passanten in diesem Moment seinen Blick erhoben hätte, um den imposanten Fernsehturm von unten bis oben zu betrachten, dann wäre ihm trotzdem nicht die kleine Gestalt aufgefallen, die ganz oben auf der Spitze eigentlich nichts verloren hatte.

Lucas ließ die Augen seines Falkenkörpers, der dort oben saß, über die unter ihm ausgebreitet liegende Stadt schweifen, während er über die Ereignisse der vergangenen Zeit nachdachte.

* * *

Eigentlich war alles gut.

Eigentlich.

Wenn da nicht diese seltsamen Träume wären, die Lucas seitdem immer öfter hatte. Alle begannen sie damit, dass er in einem matt erleuchteten Raum die Augen öffnete und sich dann langsam erhob, um durch schier endlose Gänge zu schlurfen. Jeder, den er traf, schien Angst vor ihm zu haben.

Nur eine Person lief nicht davon, sondern winkte ihm, mitzukommen. Lucas sah sie zwar nur von hinten, aber er hatte die starke Vermutung, dass es sich um Sarah handelte. Sie ging vor ihm her, doch so sehr er sich auch bemühte — es gelang ihm nicht, schnell genug zu werden, um sie erreichen zu können.

In der letzten Nacht hatte er, anstatt nur zu starren, langsam eine Hand gehoben. Er hatte den Knauf ergriffen und gedreht. Die Tür schwang auf und gab den Blick frei auf einen Raum, in dem ein Mann — Gormann — hinter einem Schreibtisch saß.

Dieser stand auf und klatschte. Dann hielt er ihm etwas hin. Unendlich langsam streckte Lucas seine Hand aus und nahm den Gegenstand.

Es war ein Handspiegel.

Selbst im Traum verspürte Lucas so etwas wie Freude darauf, dass er sich betrachten konnte. Jedoch wich diese schnell einem namenlosen Grauen, als er seine Reflexion darin tatsächlich erblickte.

Es war, als ob man das Negativ-Bild eines Auges sehen würde. Alles, was normalerweise hell war, war hier pechschwarz und wurde von weißlichen Adern durchzogen, die sich in der Mitte zu einer milchigen Iris vereinigten.

* * *

Lucas veränderte seine Position auf der Spitze des Antennenmastes, weil sogar die Erinnerung daran ihn mit Angst erfüllte. Angst davor, dass es vielleicht irgendwo in seinem Berlin ein Wesen gab, das solche Augen besaß.

Aber wenn dem so war — das wusste er — dann würde er sich ihm stellen.


Der Falke stieß seinen schrillen Schrei aus und stürzte sich kopfüber in die Tiefe, einer ungewissen Zukunft entgegen.

— ✦ —

Was Lucas in dieser Stadt noch erwartet —

das steht erst am Anfang.

BAT BOY · BAND 2

von C.A. Raaven


BAT Boy – FAQ & Hintergrundwissen | Band 2
Band 2 setzt unmittelbar nach dem Ende von Band 1 ein — wer den ersten Band noch nicht kennt, findet in unserer Band-1-FAQ einen guten Einstieg. Alle Antworten hier sind bewusst vage gehalten: Wendungen, Enthüllungen und alles, was man selbst erleben sollte, werden nicht verraten.
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Charaktere — wie wir sie in Band 2 antreffen

F Wie hat sich Lucas zwischen Band 1 und Band 2 verändert?

Band 1 endete mit einem Triumph — aber einem, der seinen Preis hatte. Lucas ist zu Beginn von Band 2 kein Entdecker mehr, der staunend eine neue Welt kennenlernt. Er ist jemand, der Dinge getan hat, die ihn nicht schlafen lassen. Die Leichtigkeit des ersten Bandes ist weg; was bleibt, ist ein Junge, der gelernt hat, dass Fähigkeiten immer auch Verantwortung bedeuten — und dass Verantwortung manchmal sehr schwer wiegt.

F Ist Lucas immer noch Teil der BAT?

Ja — aber seine Situation ist komplizierter geworden. Er navigiert zwischen seinem normalen Schulleben, dem Akademiebetrieb und Dingen, die er nicht einmal mit der BAT teilen kann. Das Jonglieren zwischen diesen verschiedenen Welten ist einer der zentralen Spannungsbögen von Band 2.

F Wie geht es Ines am Anfang von Band 2?

Nicht gut — das ist der direkte Einstieg in den Roman. Die Ereignisse der Silvesternacht haben Spuren hinterlassen, die ernster sind, als man zunächst ahnt. Wie genau, und warum das mit Lucas zusammenhängt, gehört zu den ersten großen Fragen, die Band 2 aufwirft und beantwortet.

F Welche Rolle spielt Ines in Band 2?

Eine deutlich gewachsene. Sie ist nicht mehr das Mädchen, das zufällig in Gefahr gerät — sie bekommt in Band 2 einen echten Platz in Lucas' Welt. Wie weit dieser Platz geht, und was das für beide bedeutet, ist einer der schönsten Handlungsstränge des Romans.

F Was ist mit Harald in Band 2?

Harald ist nach wie vor dabei — als loyaler Freund, der zu Lucas hält, auch wenn er nicht immer alles versteht, was gerade passiert. Sein trockener Humor ist eine der wenigen Konstanten in einem Roman, der ansonsten ziemlich düster wird.

F Wie hat sich das Verhältnis zu Kevin entwickelt?

Kevin war in Band 1 klarer Antagonist — der Mitschüler, den man nicht leiden kann, und der es einem auch nicht leicht macht. In Band 2 ist das merklich anders. Er spielt eine Rolle, die man nach Band 1 nicht erwartet hätte, und entwickelt sich dabei zu einer der interessantesten Nebenfiguren der Geschichte.

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Neue Gesichter

F Gibt es neue wichtige Charaktere in Band 2?

Ja, mehrere. Band 2 erweitert das Personal auf beiden Seiten — in der BAT kommen neue Lehrkräfte hinzu, und auf der anderen Seite tauchen Figuren auf, die deutlich bedrohlicher sind als alles, was Lucas in Band 1 begegnet ist. Eine davon ist körperlich so einschüchternd, dass allein ihre Beschreibung Eindruck hinterlässt.

F Wer ist Ari Breitschwerdt?

Ein amerikanischer Gastlehrer in der BAT, der ein Kampftraining unterrichtet, das man vorher dort nicht kannte: Krav Maga — die Selbstverteidigungsmethode, die unter anderem von den US Marines trainiert wird. Sein Unterrichtsstil ist alles andere als sanft, aber er ist auch derjenige, der Lucas einige der praktischsten Dinge beibringt, die dieser je gelernt hat.

F Wer ist Gormann, und woher kennt man ihn?

Gormann tauchte bereits kurz in Band 1 auf — als Schullehrer, der für seinen seltsamen Umgang mit bestimmten Situationen bekannt ist. In Band 2 bekommt er deutlich mehr Gewicht, und was man über ihn erfährt, wirft die Frage auf, welche Rolle er wirklich spielt. Mehr verraten wir an dieser Stelle nicht.

F Wer ist Anthrax?

Der Name allein setzt einen Ton. Anthrax ist der Hauptantagonist von Band 2 auf der operativen Ebene — groß, bedrohlich, und in dem, was er ist und was er will, deutlich klarer als Plague es war. Mehr sollte man selbst erleben.

F Wer ist Sarah?

Das ist eine Frage, auf die Band 2 keine vollständige Antwort gibt — und das ist Absicht. Sarah taucht auf eine Art auf, die mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Wer sie ist und was sie mit Lucas zu tun hat, bleibt vorerst offen.

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Beziehungen

F Wie steht es zwischen Lucas und Ines in Band 2?

Komplizierter und gleichzeitig tiefer als in Band 1. Die Ereignisse, die beide verbinden, haben eine Nähe geschaffen, die über eine normale Jugendfreundschaft oder erste Verliebtheit hinausgeht. Aber genau diese Verbindung stellt Lucas vor Fragen, die er sich lieber nicht stellen würde. Ihre Szenen gehören zu den stärksten des Romans.

F Weiß Ines in Band 2 mehr über Lucas' Welt?

Ja — und das ist eine der zentralen Entwicklungen des Bandes. Wie viel sie weiß, wann sie es erfährt und wie sie damit umgeht, ist etwas, das man besser selbst liest. Soviel: Sie reagiert nicht so, wie Lucas befürchtet hatte.

F Wie ist das Verhältnis zwischen Lucas und der BAT in Band 2?

Lucas ist weiterhin Mitglied — aber er trägt Geheimnisse, die er mit der BAT nicht teilt. Das erzeugt eine Spannung, die sich durch den gesamten Roman zieht: Er benutzt die Akademie, lernt dort, wird ausgebildet — und gleichzeitig agiert er an ihr vorbei. Das ist kein einfacher Balanceakt.

F Spielen Lucas' Eltern in Band 2 noch eine Rolle?

Paul und Betty sind weiterhin präsent — und weiterhin das warmherzige Fundament, das Lucas braucht, auch wenn er es ihnen gegenüber nicht zeigt. Einige ihrer Szenen gehören zu den ruhigeren, menschlicheren Momenten in einem ansonsten sehr dichten Roman.

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Fähigkeiten & Entwicklung

F Entwickelt Lucas in Band 2 neue Fähigkeiten?

Ja — und das ist einer der spannendsten Aspekte des Bandes. Lucas ist kein Neuling mehr, aber er ist auch noch lange nicht am Ende seiner Möglichkeiten. Was er in Band 2 dazulernt, hat direkte Auswirkungen auf den Handlungsverlauf. Ein neues Tier taucht auf, das man nach dem Uhu aus Band 1 nicht unbedingt erwartet hätte.

F Was ist ein Merger, und warum ist das in Band 2 wichtig?

Ein Merger ist jemand, der in der Lage ist, die Transmutation mehrerer Personen zu einem einzigen gemeinsamen Organismus zu verbinden — eine sehr seltene Fähigkeit. In Band 1 spielte das bereits eine Rolle beim Finale. In Band 2 wird diese Fähigkeit deutlich tiefer ausgelotet, mit Konsequenzen, die Lucas am eigenen Leib spürt — buchstäblich.

F Hat der Merger-Prozess Grenzen oder Nebenwirkungen?

Ja — und Band 2 beginnt direkt mit einer davon. Was passiert, wenn eine Merger-Verbindung zu lang aufrechterhalten wird, und was das für alle Beteiligten bedeutet, ist der emotionale Auftakt des Romans. Es gibt dabei ein Prinzip, das Lucas als eine Art »Gummiband-Effekt« beschreibt: Was zu weit gedehnt wird, zieht zurück. Oder es reißt.

F Was ist Krav Maga, und warum lernt Lucas es?

Krav Maga ist ein israelisches Kampfsystem, das auf praktische Selbstverteidigung ausgelegt ist — keine Sportlichkeit, kein Regelwerk, sondern Effizienz. In Band 2 wird es durch den neuen Gastlehrer Ari Breitschwerdt in die BAT eingeführt. Für Lucas ist es eine Offenbarung: Er ist körperlich ohnehin begabt, aber strukturiertes Kampftraining gibt ihm etwas anderes — Kontrolle. Und Kontrolle ist das, was er in Band 2 am dringendsten braucht.

F Trägt Lucas Konsequenzen aus dem Finale von Band 1 mit sich?

Ja — und das ist eine der mutigsten Entscheidungen des Autors. Band 2 tut nicht so, als wäre das Finale von Band 1 folgenlos gewesen. Lucas trägt Dinge mit sich, die er nicht hätte erwarten können, und nicht alle davon lassen sich einfach ablegen. Ein Aspekt davon taucht in seinen Träumen auf — und diese Träume sind nicht harmlos.

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Blood Pride & die Bedrohung

F Was ist Blood Pride überhaupt?

Eine Organisation bluttrinkender Vampire — also derjenigen, die das schlimmste Vergehen begehen, das es in der Welt der Begabten gibt. Blood Pride ist keine lokale Berliner Angelegenheit, das macht Band 2 deutlich. Die Organisation hat internationale Strukturen, klare Hierarchien und langfristige Pläne. Was genau diese Pläne sind, entfaltet der Roman schrittweise.

F War Blood Pride mit dem Silvester-Anschlag aus Band 1 verbunden?

Ja — und der direkte Anschluss daran ist buchstäblich die erste Szene von Band 2. Ein Handy klingelt. Auf dem Display: ein Sarg, blutrote Buchstaben. Lucas nimmt ab. Was er in diesen ersten Minuten tut, zieht Konsequenzen nach sich, die den gesamten weiteren Verlauf beeinflussen.

F Ist die Bedrohung in Band 2 größer als in Band 1?

Ja, und das auf mehreren Ebenen. In Band 1 war die Bedrohung konkret und lokal — eine Bombe, eine Nacht, ein klar benennbarer Feind. In Band 2 ist die Bedrohung diffuser, weitreichender und persönlicher. Lucas kämpft nicht nur gegen etwas da draußen, sondern auch gegen Dinge, die er nicht vollständig versteht — einschließlich sich selbst.

F Gibt es Behörden oder offizielle Stellen, die sich um Blood Pride kümmern?

Das ist eine der interessantesten Erweiterungen der Welt in Band 2. Neben der BAT gibt es offenbar weitere Organisationen, die sich mit blutttrinkenden Vampiren befassen — auf unterschiedliche Art und mit unterschiedlichen Methoden. Dass diese Gruppen nicht immer miteinander kommunizieren, hat Konsequenzen, die tragisch sein können.

F Wird in Band 2 alles aufgelöst, oder bleibt etwas offen?

Band 2 hat ein klares Ende — die unmittelbare Bedrohung wird adressiert. Aber der Roman lässt bewusst Fäden offen, die in einem möglichen dritten Band weitergeführt werden könnten. Wer das letzte Kapitel liest, wird verstehen, warum man direkt im Anschluss gerne weiterlesen würde.

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Schauplätze

F Wo spielt Band 2 hauptsächlich?

Ausschließlich in Berlin — kein Italienurlaub diesmal. Der Roman spielt sich im Berliner Winter ab, wenige Wochen nach Silvester 1999/2000. Die Stadt wirkt anders als in Band 1: kälter, dichter, urbaner. Die Wärme des Sommer-Italien-Kapitels aus Band 1 fehlt bewusst.

F Welche Berliner Orte spielen in Band 2 eine Rolle?

Neben der BAT und Lucas' gewohnter Schulumgebung tritt in Band 2 ein neuer, markanter Ort in den Vordergrund: der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz. Wer das Wahrzeichen kennt, wird die entsprechenden Szenen mit einem Gefühl lesen, das man schwer beschreiben kann — irgendwo zwischen Schwindel und Staunen.

F Gibt es Szenen, die außerhalb von Berlin spielen?

Nein — Band 2 ist ein durch und durch Berliner Roman. Aber die Stadt selbst wird in verschiedenen Lichtern gezeigt: Krankenhaus, Schule, BAT, dunkle Straßen im Winter, und Orte, die man als Tourist nie sehen würde. Berlin ist hier keine Kulisse, sondern fast schon eine Figur.

F Über welchen Zeitraum erstreckt sich die Handlung von Band 2?

Deutlich komprimierter als Band 1. Während der erste Band mehrere Monate umspannte, spielt Band 2 in wenigen intensiven Wochen — grob vom 1. Januar bis Ende Januar 2000. Die Dichte der Ereignisse in diesem kurzen Zeitraum ist einer der Gründe, warum der Roman sich so atemlos anfühlt.

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Ton & Atmosphäre

F Ist Band 2 dunkler als Band 1?

Ja, deutlich. Band 1 hatte trotz seiner Thriller-Elemente eine grundlegende Leichtigkeit — das Staunen eines Jungen, der eine wunderliche neue Welt entdeckt. Band 2 setzt dort an, wo das Staunen aufgehört hat. Lucas weiß jetzt, was er ist — und das macht manche Dinge nicht einfacher, sondern schwerer. Der Ton ist spannungsgeladener, moralisch komplexer und lässt weniger Raum für Humor.

F Ist Band 2 noch für dieselbe Altersgruppe wie Band 1 geeignet?

Bedingt. Band 1 war sehr zugänglich für Leser ab etwa 11 Jahren aufwärts. Band 2 ist thematisch anspruchsvoller — Schuld, moralische Graubereiche, physische Bedrohungen und psychologische Belastung spielen eine größere Rolle. Für Leser, die mit Band 1 gewachsen sind, ist das genau richtig. Für sehr junge Einsteiger könnte Band 2 als erster Einstieg zu intensiv sein.

F Gibt es auch ruhige oder humorvolle Momente?

Ja — und sie sind gerade wegen des insgesamt dichteren Tons besonders wertvoll. Haralds Auftritte bringen regelmäßig kurze, erfrischende Momente. Einige Szenen mit Paul und Betty erden den Roman. Und Lucas selbst hat nach wie vor seinen trocken-selbstironischen Blick auf die absurden Seiten seines Lebens. Aber diese Momente sind seltener als in Band 1 — und das fühlt sich richtig an.

F Hat Band 2 ein offenes oder geschlossenes Ende?

Beides. Die unmittelbare Handlung wird abgeschlossen — es gibt ein echtes Finale. Aber der letzte Abschnitt des Romans öffnet gleichzeitig eine neue Tür, die man gerne durchschreiten würde. Der allerletzte Satz ist einer, über den man noch eine Weile nachdenkt.

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Kleine Details, die man liebt

F Welche Technologie fällt in Band 2 auf?

Band 2 spielt im Januar 2000 — und ein bestimmtes Mobiltelefon spielt vom ersten Satz an eine zentrale Rolle. Es ist ein Gerät, das für das Jahr 2000 außergewöhnlich fortschrittlich ist: Farbdisplay, Klappmechanismus, vollständige Musikwiedergabe. Wer das Gerät in Band 1 bereits kurz gesehen hat, erkennt es sofort wieder — und weiß, wem es gehört hat.

F Gibt es wieder Musik-Referenzen?

Ja — und der wichtigste Klingelton des Romans ist bereits aus Band 1 bekannt. Wer »Enter Sandman« von Metallica hört, wird künftig an eine bestimmte Krankenhausszene denken. Darüber hinaus bleibt Betty ihrem Miles Davis treu.

F Spielen die Träume in Band 2 eine besondere Rolle?

Ja, eine sehr bewusst eingesetzte. Lucas hat in Band 2 Träume, die sich von normalen Träumen unterscheiden — nicht in der Logik, aber in der Intensität und in dem, was sie zeigen. Sie kehren wieder, werden spezifischer, und gegen Ende des Romans verdichten sie sich zu etwas, das man als Leser nicht so schnell vergisst.

F Gibt es eine Verbindung zu den »Alten« oder anderen Vampir-Gruppen weltweit?

Band 2 deutet an, dass Blood Pride kein isoliertes Berliner Phänomen ist — es gibt Verbindungen, die über die Stadt und das Land hinausgehen. Ein Begriff taucht im Zusammenhang damit auf, der Fragen aufwirft, die Band 2 noch nicht beantwortet: die Alten. Was das genau bedeutet, bleibt vorerst im Dunkeln — und gehört offensichtlich zu dem, worüber Band 3 mehr erzählen würde.

F Was hat es mit dem Spiegel-Traum auf sich?

Im letzten Abschnitt des Romans gibt es eine Traumszene mit einem Handspiegel, die zu den unheimlichsten Momenten der gesamten Serie gehört. Was Lucas darin sieht, lässt sich kaum beschreiben, ohne zu viel zu verraten — nur so viel: Es hat mit dem zu tun, was Vampire am meisten fürchten sollten. Und es hat mit Lucas selbst zu tun.

F Wie endet der allerletzte Satz von Band 2?

Das verraten wir — weil er ohne Kontext kein Spoiler ist: »Der Falke stieß seinen schrillen Schrei aus und stürzte sich kopfüber in die Tiefe, einer ungewissen Zukunft entgegen.« Was damit gemeint ist, ergibt sich erst aus dem, was davor passiert. Aber als letzter Satz eines Romans funktioniert er auch ohne Erklärung.

Alle Antworten basieren auf dem Roman BAT Boy von C.A. Raaven, Band 2.

Keine Handlungshöhepunkte, keine Auflösungen, keine Spoiler — versprochen.

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